Sexualbegleiterin aus Hamburg…

…bei Spiegel online; hier der Link:

http://www.bento.de/gefuehle/sexualbegleitung-edith-arnold-hilft-menschen-mit-behinderung-beim-sex-710781/#refsponi

Vieles an dem Artikel finde ich überaus positiv und freue mich natürlich, daß das Thema Sexualassistenz und Sexualbegleitung in so einem großen Medium wie Spiegel Online thematisiert wird.

Einiges stösst mir dennoch auf:

Immer wieder spannend finde ich zum Beispiel, daß ein großer Teil der Gesellschaft und/oder der Medien scheinbar immer noch davon ausgeht, daß Prostituierte üblicherweise platinblond, aufgetakelt, auf 15cm Heels, im Leoparden-Minirock und mit knallroten Lippen durch die Gegend stöckeln, und zu dumm sind, einen vollständigen Satz zu formulieren.
Anders kann ich mir nämlich folgende Sätze aus dem Artikel nicht erklären:

nicht wie ein sexy Vamp aus, sondern wie immer“, sagt sie. Die blonden Haare trägt sie als Zopf, dazu Ringelshirt, Jeans, weiße Chucks, kaum Make-up…sie drückt sich gewählt aus, fast nie sagt sie „ähm“ – und sie lächelt viel.

Und der Satz von Herrn Lob-Hüdepohl, wissenschaftlicher Berater der Deutschen Bischofskonferenz: „Grundsätzlich abzulehnen ist der Geschlechtsverkehr zwischen einer Sexualbegleiterin und einem Menschen mit Behinderung, weil das eine Form von Prostitution ist“, “ diskriminiert nicht nur den behinderten Menschen, der sich den Wunsch nach Geschlechtsverkehr erfüllen möchte, sondern ebenso die Sexarbeiterin, die dies anbieten möchte.

Auch wenn es rückwärtsgewandte, konservative Menschen nicht wahrhaben möchten: Prostitution in Deutschland ist weder illegal noch sittenwidrig!!!

Auch die Tatsache, daß sich viele meiner Kolleginnen, die Sexualassistenz anbieten, wehren, als Prostituierte bezeichnet zu werden: „ Im Gegensatz zu Prostituierten reist Arnold durch ganz Deutschland zu Klienten“ finde ich bigott.

Das Erfüllen einer sexuellen Dienstleistung gegen Entgelt (sei es Geschlechtsverkehr, Oralverkehr oder Masturbation) ist selbstverständlich Prostitution. Ob der Kunde nun ein Handicap hat oder nicht, spielt für die Definition von Prostitution doch keine Rolle.

Aber wie sagte die Kollegin Stephanie Klee mal in einem Fernsehbeitrag sinngemäss: „Wenn ich mit einem normalen Gast schlafe, bin ich eine Hure, wenn ich mit einem gehandicapten Gast schlafe, eine Heilige.“

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